15. August 2007 | | Gerechtigkeit Gute Arbeit für alle Gemeinsamer Aufruf von Kirchen und Gewerkschaften
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Kirchen und Gewerkschaften wollen als Anwälte der Armen und von der Gesellschaft Ausgegrenzten enger zusammenarbeiten. In einem gemeinsamen Aufruf kritisieren die Vorsitzenden der DGB-Bezirke und führende Sozialtheologen einen Mangel an weit reichenden Initiativen zu Gunsten der Arbeitslosen. In einem der reichsten Länder der Welt werden über fünf Millionen Menschen von einer sozial gerechten Teilhabe an der Arbeitsgesellschaft ausgeschlossen obwohl Geld, Konzeptionen und Erfahrungen für eine neue Arbeitsgesellschaft vorhanden sind, betonen die Initiatoren des gemeinsamen Aufrufs. Das große Reformprojekt Erwerbsarbeit für alle muss endlich begonnen werden. Es wird Menschen das bieten, was sie wollen und brauchen nicht irgendeine Arbeit, sondern gute Arbeit." Eine kirchlich-gewerkschaftliche Initiative hat einen Aufruf mit dem Titel "Soziale Ungerechtigkeiten als Herausforderung für Gewerkschaften und Kirchen" verfasst. Darin bekräftigen die Erstunterzeichenerinnen und -unterzeichner ihre Verantwortung für eine gerechtere Welt. Zu den im Aufruf angesprochenen Themenfeldern gehören u. a. die Massenarbeitslosigkeit, mangelnde Bildungschancen, die zunehmende Verarmung ganzer Bevölkerungsgruppen, die Perspektivlosigkeit junger und älterer Menschen sowie die Spaltung der Welt in arme und reiche Nationen.
Wörtlich heißt es im Aufruf:
"Der Schutz der Menschenwürde wie auch die Verwirklichung von Gerechtigkeit sind Aufgaben der Kirchen und der Gewerkschaften. Zwischen beiden hat es in Krisensituationen und Krisenzeiten von der örtlichen bis zur Bundesebene immer wieder Gemeinsamkeiten und vielfältige Zusammenarbeit gegeben."
Arbeit, so die Unterzeichner, müsse zu einem eigenständigen Leben befähigen. Ein großes Reformprojekt "Erwerbsarbeit für alle" müsse endlich begonnen werden. "Es wird Menschen das bieten, was sie wollen und brauchen - nicht irgendeine Arbeit, sondern gute Arbeit; also sichere Arbeitsplätze, Einkommen für ein Leben ohne existenzielle Sorgen, Schutz der Gesundheit, Mitbestimmung am Arbeitsplatz und im Unternehmen sowie Arbeit mit Sinn, Entfaltungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen."
Es muss Geld in die Kassen fließen Weitere Kapitel beschäftigen sich mit der Gerechtigkeit im Gesundheitswesen. Die Solidargemeinschaft könne nur gelingen, wenn alle Menschen in ihren gesundheitlichen Risiken und mit ihrer finanziellen Kraft füreinander einstehen. Das bedeute auch, dass die Einnahmen der privaten Krankenkassen in den Finanzausgleich mit den gesetzlichen Kassen fließen müssten. Es bestehe zwar der gesellschaftliche Konsens, dass Bildung der Schlüsselfaktor für die Zukunft sei. Gehe es aber um die Ausstattung der Bildung, herrsche dieser Konsens nicht mehr: "Zu viele Familien können das Recht ihrer Kinder auf Bildung nicht mehr eigenständig verwirklichen. Das aber bedeutet: Mehr statt weniger staatlicher Einsatz; mehr Lehrer statt größerer Klassen; mehr Förderung statt Selektion und Abschieben in Kurzausbildungsgänge; mehr statt weniger finanzielle Mittel." Für die wettbewerblich organisierte Weltwirtschaft müssten Regeln geschaffen werden, "die in erster Linie den schwachen Partnern gerecht werden". Zu den Erstunterzeichnern gehören die Vorsitzenden aller DGB-Bezirke, die Sozialethiker Friedhelm Hengsbach und Traugott Jähnichen, der evangelische Altbischof Christoph Demke, der Grafiker Klaus Staeck und die Gewerkschafter Detlef Hensche und Frank Teichmüller. Der Wortlaut des Aufrufs ist dem pdf Dokument zu entnehmen download 63 kb
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