01. Oktober 2007  | | Franz Müntefering:Wir brauchen Gewerkschaften, die was im Kreuz haben, dieses Stück Demokratie soll nicht weg |
Mit einem klaren Bekenntnis zu Mindestlöhnen bei den Postdiensten und in anderen Branchen hat Bundesarbeitsminister Franz Müntefering bei der Eröffnung des ver.di-Bundeskongresses in Leipzig viel Beifall geerntet. Der Vizekanzler kündigte vor den rund 1000 Delegierten an, die von ver.di ausgehandelten, in der Großen Koalition aber umstrittenen Mindeststundenlöhne von bis zu 9,80 Euro bis zum Jahresende durchzusetzen. Es wäre absurd, wenn Briefmarken billiger würden, die Bürger dafür aber mit Steuergeld Hartz-IV-Zuschüsse für geringverdienende Briefträger zahlen müssten. Für das nächste Jahr stellte der SPD-Politiker Mindestlöhne für die Leiharbeit sowie für Wach- und Schließdienste in Aussicht. Jetzt die Sache mit der Post, und dann machen wir 2008 fröhlich und energisch weiter, rief Müntefering aus. Generell sagte Müntefering den Gewerkschaften im Namen der Bundesregierung zu, über den richtigen Weg in der Sozial- und Arbeitsmarktpolitik zu diskutieren. Wir brauchen Gewerkschaften, die was im Kreuz haben, dieses Stück Demokratie soll nicht weg, sagte er. ver.di-Chef Frank Bsirske reagierte erfreut und nahm das Angebot zur Konfliktpartnerschaft an. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren lasse die Politik andere Töne hören. Müntefering habe eine Reihe von Themen angesprochen, bei denen man einer Meinung sei. Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Michael Sommer, forderte Verbesserungen für Leiharbeitnehmer. Künftig müssten für sie die gleichen Arbeitsbedingungen gelten wie für Stammkräfte. Weitere Informationen zum verdi Bundeskongress ver.di.de
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