04. Oktober 2007  | | Defizit in der Pflegeversicherung
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In der Pflegeversicherung haben die Ausgaben im ersten Halbjahr 2007 die Einnahmen um 350 Millionen Euro überstiegen. Ausgaben von 9,12 Milliarden Euro stünden Einnahmen von 8,77 Milliarden gegenüber, berichtete der Bundesverband der Betriebskrankenkassen.
Pflegeversicherung wieder im Minus Nach den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres steht fest: In der sozialen Pflegeversicherung übersteigen die Ausgaben aufs Neue die Einnahmen. So werden bei den Einnahmen Gelder von rund 8,77 Milliarden Euro verbucht. Dem stehen jedoch Ausgaben von rund 9,12 Milliarden Euro gegenüber. Das ergibt eine Finanzlücke von rund 350 Millionen Euro. Angesichts dieser Ergebnisse ist es gerade für die Pflegebedürftigen und die jüngeren Generationen bedauernswert, dass die Neuregelung der Finanzbasis in die anstehende Reform der Pflegeversicherung nicht einbezogen wurde, stellt Wolfgang Schmeinck, Vorstandsvorsitzender des BKK Bundesverbandes, fest. Als größter Ausgabenposten bei den Leistungen schlagen die Zahlungen für die vollstationäre Pflege mit 4,38 Milliarden Euro zu Buche. Absolut gesehen erhöhten sich die Ausgaben in diesem Bereich damit um 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch die Ausgaben für Pflegesachleistung, also das Geld für die Arbeit von Pflegediensten, wuchsen um 2,2 Prozent auf 1,22 Milliarden Euro an. Pflegegeld stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,8 Prozent auf rund 2 Milliarden Euro an.
Im Gegensatz zu den deutlich gestiegenen Leistungsausgaben haben sich die Verwaltungskosten in der Pflegeversicherung nur leicht erhöht. Im ersten Halbjahr 2007 lagen sie bei rund 310 Millionen Euro. Dies sind rund 3 Millionen Euro oder 1 Prozent mehr als noch im Vorjahreszeitraum. Angesichts der im Referentenentwurf zur Reform der Pflegeversicherung skizzierten Maßgabe an die Pflege- und Krankenkassen, etwa 4.000 Pflegestützpunkte zu errichten und 13.000 Pflegebegleiter zu installieren, warnt Wolfgang Schmeinck: Hier gilt es zu verhindern, dass am Ende nicht nur eine zusätzliche Verwaltung aufgebaut wird, sondern die Bedürftigen wirklich besser versorgt werden. Denn das Ziel bessere Leistungen für die, die Hilfe brauchen, ist richtig.
In Deutschland sind derzeit mehr als 2,2 Millionen Menschen pflegebedürftig. Sie werden täglich von ca. 760.000 professionellen Pflegekräften (546.000 in Pflegeheimen und 214.000 in Pflegediensten) in insgesamt ca. 25.000 Pflegeeinrichtungen und von mehr als einer Million Familienangehörigen gepflegt.
Die Einführung der Pflegeversicherung war die notwendige sozialpolitische Reaktion auf den Wandel der Familienverhältnisse und die Alterung unserer Gesellschaft. Sie soll die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen vor physischen, psychischen und finanziellen Überforderungen schützen. Diesem Anspruch konnter sie leider bisher nicht gerecht werden.
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