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11. Oktober 2007

 

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Kirchenpräsident von Hessen und Nassau

Steinacker hält Zahl evangelischer Landeskirchen für zu hoch


Die Zahl von 23 evangelischen Landeskirchen in Deutschland ist nach Ansicht des hessen-nassauischen Kirchenpräsidenten Peter Steinacker zu hoch. «Wenn wir enger zusammenrücken, werden wir auch wieder besser erkennbar» sagte Steinacker am 7. Oktober in einer Fernsehdiskussion des Hessischen Rundfunks (HR) über christlichen Fundamentalismus. Die Vielfalt der evangelischen Kirchen sei auch nicht theologisch zu begründen, sondern das Ergebnis der Politik des frühen 19. Jahrhunderts.

Das Erstarken freikirchlicher Bewegungen und christlich-fundamentalistischer Gruppen führte der Kirchenpräsident auf die «Selbst-Säkularisierung» der protestantischen Kirche in den 70er und 80er Jahren zurück. So habe die Kirche beispielsweise die religiöse Orientierung von Erzieherinnen für evangelische Kindertagesstätten selbst in ihren eigenen Fachhochschulen vernachlässigt. «Aber das haben wir inzwischen korrigiert», sagte Steinacker.

Der baptistische Theologieprofessor Erich Geldbach (Marburg) warnte davor, einen wegen der Islam-Debatte vorbelasteten Begriff des Fundamentalismus unkritisch auf strenggläubige, sich als «bibeltreu» verstehende Christen zu übertragen. Diese seien zwar häufig intolerant gegenüber Andersdenkenden, aber keinesfalls gewaltbereit. Ihr «buchstabengetreues» Verständnis der Bibel verurteilte Geldbach jedoch als «Wort-Terrorismus».

Der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Jürgen Werth, reklamierte für die evangelikale Bewegung weltanschauliche Vielfalt. Nur wenige der rund 1,5 Millionen Evangelikalen nähmen die Bibel tatsächlich wörtlich. Werth, der auch Direktor des Evangeliumsrundfunks in Wetzlar ist, sprach sich zudem gegen eine Überbetonung der biblischen Schöpfungsgeschichte aus. Zwar glaube er daran, dass Gott die Welt erschaffen habe. Jedoch wisse niemand, ob er dazu nur sechs Tage gebraucht habe, wie die Bibel sage, oder nicht doch Millionen von Jahren.

Anlass der Fernsehdiskussion war die Ausstrahlung einer überarbeiteten Fassung der umstrittenen TV-Dokumentation «Hardliner des Herrn» über christliche Fundamentalisten. Weil einzelne Filmsequenzen durch Szenen mit einer brennenden Bibel voneinander getrennt wurden, hatte es Proteste gegeben. Der HR hatte darauf zugesichert, den Film so nicht mehr zu senden.

 
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