12. Oktober 2007

| | Veranstaltung des DW - EKD in Berlin Bedürftige Pflege Perspektiven für eine menschenwürdige Pflege im AlterPflegeurlaub doch unbezahlt? |
Zwölf Jahre nach Einführung der Pflegeversicherung sei eine Reform dringend notwendig, betonte Diakonie-Präsident Klaus-Dieter K. Kottnik während der Veranstaltung Bedürftige Pflege Perspektiven für eine menschenwürdige Pflege im Alter in Berlin. Die Diakonie begrüße die geplante Pflegezeit und den Pflegeurlaub sowie höhere Leistungen für Demenzkranke im Referentenentwurf zur Gesetzesreform. Die angedachte Erhöhung des Beitragssatzes auf 1,95 Prozent sei allerdings nicht ausreichend. Schon heute reiche die Finanzierung nicht aus, dringend notwendige Mehrleistungen könnten damit nicht bezahlt werden. Rahmenbedingungen für menschenwürdige Pflege schaffen Wertschätzung von Pflege und Pflegebedürftigen dringend notwendig Vor 300 Gästen diskutierten Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, Alexander Gunkel von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände mit Diakonie-Präsident Kottnik und dem Ratsvorsitzenden der EKD, Bischof Wolfgang Huber darüber, wie gute Pflege organisiert und finanziert werden kann und welchen Beitrag Diakonie und Kirche dazu leisten können. Zuvor hatte Bischof Huber in einem Vortrag hervorgehoben, dass Pflege mehr sei als die Summe der notwendigsten Verrichtungen. Pflegebedürftige Menschen bräuchten Kontakte und Berührungen. Sie bräuchten Menschen, die für ihn sprechen und ihn unterstützten. Dafür müssten die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen werden, für die Pflegebedürftigen ebenso wie für ihre Angehörigen, die Pflegefachkräfte sowie die ehrenamtlichen Helfer. Es müsse sich eine Kultur der Wertschätzung und daraus eine Kultur der Pflege entwickeln. Bundesgesundheitsministerin Schmidt räumte ein, dass die Finanzierung der Pflegeversicherung in der nächsten Legislaturperiode noch einmal auf die Tagesordnung müsse. Das Thema Pflege werde in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen. Dann müsse auch die Debatte geführt werden, was der Gesellschaft die Pflege wert sei. Pflegeurlaub doch unbezahlt? Der von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) angeregte bezahlte zehntägige Pflegeurlaub ist offenbar vorerst vom Tisch. Wie es aus der Unionsfraktion am Donnerstag hieß, einigten sich die Koalitionsspitzen bei einem Treffen auf eine unbezahlte Pflegeauszeit von zehn Tagen. Aus der SPD-Fraktion hieß es hingegen, an der Forderung nach einer bezahlten Pflegezeit werde festgehalten. Wenn die Regelung nicht im Entwurf bleibe, komme sie spätestens im parlamentarischen Verfahren wieder auf die Tagesordnung.
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