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29. November 2007

 


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Kirchenmitarbeiter protestieren vor Synode

Hannover. Die Stimmung in der Wirtschaft sei freundlich, die Kirchensteuereinnahmen höher als erwartet, aber dennoch lebe man auch in diesem Jahr „von der Substanz“, sagt Vizepräsident Rolf Krämer vom Landeskirchenamt zu Beginn der Synode, die bis Freitag in Hannover tagt. „Die Richtung stimmt, der Haushaltsausgleich ist aber noch unsicher“, lautet Krämers verhaltene Frohbotschaft an das Kirchenparlament, das sich vor zwei Jahren einen strengen Sparkurs auferlegt hat und nun erste Früchte sieht – die Haushaltsdefizite werden deutlich kleiner: In diesem Jahr fehlen 21,5 Millionen Euro unterm Strich, im vergangenen Jahr waren es noch 53,7 Millionen Euro

 

Auch draußen vor der Synode werden die Millionen-Einsparungen keineswegs als Zugewinn von Freiheit gewertet. Kirchliche Mitarbeiter haben vor dem Henriettenstift eine provisorische Rednerbühne aufgebaut, Erzieherinnen lassen Rasseln erklingen, pfeifen und johlen oder halten handgemalte Transparente hoch. Auf denen steht beispielsweise: „Engel brauchen keinen Lohn, wir schon.“ Sie, die keine Engel sind, demonstrieren für mehr Geld – auch angesichts des nahenden Weihnachtsfestes. „Eine kirchliche Kindergärtnerin muss manchmal mit 1000 Euro netto nach Hause gehen, knapp an der Armutsgrenze. Die Synode muss einen Teil ihrer 2005 gefassten Beschlüsse zurücknehmen“, sagt Diakon Wilfried Staake, einer der Demonstranten.

Unabhängig von den lange schwelenden, komplizierten Tarifauseinandersetzungen hat ein kirchliches Schlüsselgremium, die Arbeits- und Dienstrechtliche Kommission, in der Nacht zuvor ein Signal gesetzt, das die Gemüter beruhigen soll: Kirchliche Mitarbeiter erhalten mit dem Dezembergehalt dieses Jahr eine Sonderzahlung von 30 Prozent. „Dies belastet unseren Etat mit zusätzlich sechs Millionen Euro“, rechnet Vizepräsident Krämer im Synodensaal vor, während draußen Bischöfin Margot Käßmann zu den Beschäftigten spricht und „auf eine für alle Seiten gute Einigung“ hofft.

Die Sonderzahlung für die 26 000 Beschäftigten der Landeskirchen von Hannover, Oldenburg und Braunschweig tritt dieses Jahr an die Stelle des Weihnachtsgeldes, das den kirchlichen Mitarbeitern komplett gestrichen worden ist. Im Jahr zuvor war das Weihnachtsgeld auf 20 Prozent abgesenkt worden, im Jahr 2005 auf 30 Prozent – „nicht jedoch für Pastoren und Beamte“, wie die Mitarbeitervertretung grimmig festhält. Für 2008 ist indes wieder ein Weihnachtsgeld verabredet.

„Auch Synoden können irren“, ruft Werner Massow von der Mitarbeitervertretung dem Synodenpräsidenten zu, der nach draußen geeilt ist.

Es sieht indes nicht so aus, als ob das Kirchenparlament den Sparkurs verlässt. „In den Tarifverhandlungen bewegt sich derzeit fast nichts“, berichtet Oberlandeskirchenrätin Andrea Radtke, Fachfrau fürs Arbeits- und Dienstrecht, drinnen. Und wirkt dabei überhaupt nicht vorweihnachtlich gestimmt.


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