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11. Januar 2008

 

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In der Altenpflege fehlen Helfer aus Polen (!!!!) - SPD befürchtet einen Notstand

 

Sozialministerium verweist auf bessere Einkommen im europäischen Ausland 

 

Der Altenhilfe gehen die polnischen Helfer aus. Wie die Spargelbauern leiden angeblich auch niedersächsische Altenheime und Pflegedienste darunter, dass Arbeitnehmer aus Polen und anderen osteuropäischen Ländern Deutschland zusehends links liegen lassen. „In spätestens anderthalb Jahren bricht alles zusammen“, prophezeit Uwe Schwarz, Sozialexperte in der SPD-Landtagsfraktion. In den Altenheimen drohe ein massiver Pflegenotstand. Schwarz beklagt, dass immer weniger Betriebe ausbilden. „Wir bilden jedes Jahr mindestens 400 Nachwuchskräfte zu wenig aus.“


 Benötigt würden mindestens 2000 Lehrstellen jährlich, tatsächlich gebe es aber nur 1600 landesweit. Das Sozialministerium weist darauf hin, dass immer weniger Fachkräfte aus Polen bereit seien, in Deutschland zu arbeiten.

 „In Großbritannien, Irland und in den Niederlanden sind die Bedingungen in der Altenhilfe deutlich lukrativer“, sagt Thomas Spieker, Sprecher des Ministeriums. In den anderen Ländern seien nicht nur die bürokratischen Hürden geringer, sondern auch die Verdienstmöglichkeiten höher.


Von den rund 228 000 Pflegebedürftigen in Niedersachsen werden die meisten weiterhin zu Hause betreut, nämlich rund 152 000, wie die jüngste Statistik belegt. Davon greifen rund ein Drittel auf ambulante Pflegedienste zurück, zwei Drittel werden von Töchtern, Schwiegertöchtern oder eben "ausländischen Helfern" betreut.Bekanntermaßen sind dabei Oftmals die Grenzen zwischen Haushaltshilfe und Altenpflege fließend.


Zahlen darüber, wie viele Polen, Russen oder Kroaten sich in Niedersachsen um bettlägerige Senioren kümmern, gibt es nicht. „Das sind meistens illegal Beschäftigte“, sagt Barbara Heidrich, Abteilungsleiterin Pflege beim Paritätischen. Michael Köster, Sprecher der Regionaldirektion Niedersachsen/Bremen von der Agentur für Arbeit, spricht von einem „grauen bis schwarzen Markt“. Kontrollen seien nahezu unmöglich, sowohl in der Qualität der Pflege als auch bei den Arbeitsbedingungen der Helfer: „Einen Acht-Stunden-Tag haben wohl die wenigsten“, meint Heidrich vom Paritätischen.


Während SPD-Sozialexperte Schwarz durch „den Einkauf osteuropäischer Altenpfleger eine Lohnspirale nach unten“ befürchtet, sieht das Sozialministerium keine Anzeichen für Lohndumping in der Pflegebranche. Zwar würden im ambulanten Bereich auch ausländische Fachkräfte arbeiten, sagte Ministeriumssprecher Spieker, aber diese seien in der Regel genauso gut qualifiziert wie Deutsche. Auch von einem drohenden Pflegenotstand könne keine Rede sein. Von den derzeit landesweit 51 000 Beschäftigten in der Altenhilfe sind 1500 nicht deutscher Herkunft.


Sicher ist, dass schon jetzt Hunderte Altenpfleger fehlen: 987 offene Stellen meldete die Arbeitsagentur zum Jahresende, davon 297 Ein-Euro-Jobs. Im Dezember 2006 waren 930 Stellen offen, fast jede zweite war ein Ein-Euro-Job.

 


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