20. Februar 2008  | | Tarifbarometer 2008: Einigung im Tarifstreit der nordwestdeutschen Stahlindustrie |
Die Tarifparteien der nordwestdeutschen Stahlindustrie haben sich in der Nacht zum Mittwoch auf einen Tarifabschluss geeinigt: Nach einer Einmalzahlung von 200 Euro im Februar soll es ab März 5,2 Prozent mehr Geld für die Beschäftigten geben. Am Mittwoch Morgen erreichten die Verhandlungspartner eine Einigung. Das teilte IG-Metall-Sprecher Marc Schlette in Ratingen mit. Für den Vertrag wurde eine Laufzeit von 13 Monaten vereinbart. Das erzielte Ergebnis liegt zwischen dem ursprünglichen Arbeitgeberangebot von 3,5 Prozent und der gewerkschaftlichen Forderung von acht Prozent. Für die Auszubildenden wurde eine Anhebung der Vergütung um 70 Euro vereinbart. In einer Absichtserklärung setzten sich beide Seiten das Ziel, bis zum 30. Juni 2009 ein Entgeltrahmenabkommen zu schließen. IG Metall-Verhandlungsführer Oliver Burkhard sagte, dass das Ergebnis nur möglich war, weil es "eine klare Bereitschaft zu Urabstimmung und Streik gegeben hat. Die Fünf steht". Überproportional werden die Ausbildungsvergütungen um 70 Euro monatlich steigen, und zwar in jedem Ausbildungsjahr. Der Tarifvertrag wird ein Laufzeit von 14 Monaten haben und bis zum 31. März 2009 gelten. Der geforderten Arbeitszeitverkürzung für Ältere haben sich die Arbeitgeber verweigert. Das Ergebnis werde am Mittwoch der Tarifkommission vorgelegt und in den Betrieben diskutiert, sagte der Gewerkschaftssprecher. Eine endgültige Entscheidung, ob der Abschluss angenommen werde, sei für Montag zu erwarten. Für den Fall eines Scheiterns der Verhandlungen hatte die IG Metall bereits einen unbefristeten Streik angekündigt. Einen Arbeitskampf in der westdeutschen Stahlindustrie gab es zuletzt im Jahr 1978/79. Unmittelbar vor Beginn der letzten Verhandlungsrunde hatte die Gewerkschaft den Druck auf die Arbeitgeber erhöht: Mehr als 2.000 Arbeiter beteiligten sich nach Angaben der IG Metall am Dienstag an Warnstreiks in Dortmund und Mülheim.
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