25. Februar 2008Evangelischer Krankenhausverband solidarisiert sich mit Streikenden. Klinikverband fordert zugleich mehr Geld, um höhere Gehälter zahlen zu können. Berlin (epd). In den bundesweiten Warnstreiks im öffentlichen Dienst bekommen die Klinikbeschäftigten Unterstützung durch den Deutschen Evangelischen Krankenhausverband (DEKV). Die Forderungen der Mitarbeiter, die in den letzten Jahren eine überdurchschnittliche Arbeitsverdichtung hätten verkraften müssen, seien "nachvollziehbar", erklärte der Verband am 15. Februar in Berlin. Nach Gewerkschaftsangaben beteiligten sich allein am 19. Februar in Niedersachsen und Bremen über 13.000 Personen an den Ausständen. Zuvor hatten allein 5.000 Beschäftigte aus über 50 Kliniken und Altenheimen in NRW die Arbeit niedergelegt. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di fordert acht Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch 200 Euro, 120 Euro für Auszubildende und die Angleichung der Bezüge im Osten an das Westniveau. Die Arbeitgeber bieten bislang eine Erhöhung der Gehälter um fünf Prozent an. Gezahlt werden sollen die Zuschüsse in drei Stufen über zwei Jahre bei gleichzeitiger Verlängerung der Arbeitszeit auf 40 Wochenstunden. Der Krankenhausverband verwies jedoch darauf, dass den Kliniken die Mittel fehlten, um höhere Gehälter zu bezahlen. Laut einer Studie rissen die absehbaren Tarifsteigerungen, explodierende Energie- und Sachkosten sowie die "Sanierungsabgabe" in den Krankenhäusern allein in diesem Jahr ein neues Finanzierungsloch von bis zu 2,2 Milliarden Euro auf. Eine angemessene Bezahlung ihrer Mitarbeiter forderte auch die Hamburgische Krankenhausgesellschaft. Andernfalls würden die Beschäftigten vom wirtschaftlichen Aufschwung abgehängt, so Geschäftsführerin Claudia Spenk. Angesichts der gesetzlich festgelegten Budgetsteigerung von 0,64 Prozent sei die Gewerkschaftsforderung von acht Prozent mehr Lohn jedoch völlig realitätsfremd. Damit die Kliniken wie andere Branchen wirtschaften könnten, dürfe "die Politik den Krankenhäusern nicht länger ein Budget vorschreiben", so die Geschäftsführerin.
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