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07. März 2008

 

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Die Caritas warnt vor einem Zusammenbruch der Altenpflege in Niedersachsen

„In keinem anderen Bundesland stehen die Heime unter einem solchen Diktat des Feilschens und Tauziehens um jeden Cent“, sagte der Hildesheimer katholische Bischof Norbert Trelle am 4. März in Hannover. Die Pflegekräfte seien häufig überlastet, die menschliche Zuwendung für die Bewohner bleibe vielfach auf der Strecke. Die katholische Caritas ist einer der größten Träger der Altenhilfe in Niedersachsen. Mit einer Kampagne unter dem Motto „Pflegealarm - Die Helfer brauchen Hilfe“ will die Caritas in den kommenden Monaten auf die Situation aufmerksam machen.

Die Pflege von alten Menschen muss in Niedersachsen wieder mehr wert sein“, forderte Trelle. Unter den westlichen Bundesländern bilde Niedersachsen das Schlusslicht in der Altenpflege.

 

In einem Brief an Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) und alle Abgeordneten des neu gewählten Landtages setzt sich Trelle gemeinsam mit Bischof Franz-Josef Bode aus Osnabrück und Weihbischof Heinrich Timmerevers aus Vechta für höhere Pflegesätze und eine bessere Bezahlung der Pflegenden ein. Caritas-Direktor Hans-Jürgen Marcus aus Hildesheim rechnete vor, dass einem Altenheim mit 80 Plätzen in Niedersachsen bei einem Jahresumsatz von rund 2,5 Millionen Euro rund 260.000 Euro weniger zur Verfügung stünden als im Durchschnitt der westlichen Bundesländer. Das entspreche bei einer Zahl von 60 bis 70 Vollzeit-Kräften etwa sechs Stellen. In Nordrhein-Westfalen etwa würden 21 Prozent mehr gezahlt.

 

Marcus und Trelle betonten, dass die Caritas als einer der wenigen Altenhilfeträger noch tariftreu zahle. Er warnte vor einer Billigpflege anderer Anbieter. Zugleich müsse die Pflege unbürokratischer werden, forderte Marcus. Zurzeit würden 30 bis 40 Prozent einer Arbeitskraft für die Dokumentation gebraucht. Es dürfe „nicht jeder Handgriff gesetzlich normiert“ sein. Der Direktor sprach sich außerdem für eine Ausbildungsumlage aller Einrichtungen und Dienste aus.


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