19. März 2008Diakonie im Oldenburger Land rechnet mit deutlichen Einschnitten in ihrer Arbeit 
| | Der kaufmännische Vorstand Joachim von der Osten verwies am Donnerstag bei der Vorstellung des Jahresberichtes auf die seit Jahren nicht erhöhten Entgelte der Pflegekassen, Tariferhöhungen für die Mitarbeitenden und Zuschusskürzungen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg, die den Etat belasteten. Die Mindereinnahmen könnten teilweise aufgefangen werden, weil frei werdende Stellen nicht mehr besetzt werden. Das vergangene Haushaltsjahr der Diakonie schloss mit einem Defizit von rund drei Millionen Euro bei einem Gesamtvolumen von 43 Millionen Euro, erläuterte von der Osten. Rund 2,8 Millionen Euro des Verlustes stünden jedoch nur auf dem Papier, weil der Wert der Gebäude des Altenheims "Am Schützenweg" neu berechnet worden sei. |
Darum müssten in diesem Jahr nur rund 200.000 Euro den Rücklagen entnommen werden. Mit Sorge beobachte er die derzeitigen Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst und die Forderungen nach fünf Prozent mehr Gehalt, sagte von der Osten. Normalerweise übernehme die Diakonie diese Ergebnisse: "Doch das können wir nicht mehr auffangen." Den steigenden Einkommen stünden keine höheren Entgelte durch die Kostenträger für Alten- und Pflegeeinrichtungen gegenüber. Diese verlangten immer mehr Leistungen, stellten aber nicht mehr Geld zur Verfügung. Die Diakonie im Oldenburger Land beschäftige rund 1.860 Mitarbeiter. Im Extremfall müssten in Absprachen mit den Mitarbeitervertretungen die Gehälter gekürzt werden. Der soziale Vorstand Wolfgang Bartels kritisierte die Hartz-Gesetze. Sie seien mitverantwortlich für die große Zahl völlig überschuldeter Menschen und Familien in der Gesellschaft. Insbesondere die Kinder müssten häufig darunter leiden. Die Politik müsse die Gesetze dringend nachbessern. "Viel ist darüber gesprochen und geschrieben worden, aber die Erkenntnis muss jetzt zu Einsehen und Veränderung führen", sagte Bartels. Es gehe nicht an, dass die Diakonie überall dort einspringe, wo sich der Staat zurückziehe. Die Arbeit in der Jugend-, Senioren-, Behinderten- und Suchthilfe der Diakonie werde laufend weiter entwickelt, betonte Bartels. Neu sei der Versuch, Krippen für Kinder unter drei Jahren zu schaffen. Dazu müssten neue pädagogische Konzepte erarbeitet werden. Außerdem sollen mehr Menschen aus den Werkstätten für Menschen mit Behinderungen in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden. Internet: www.dw-ol.de (epd Niedersachsen-Bremen/b0679/13.03.08)
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