04. April 2008  | | Ver.i fordert für die rund 250.000 Beschäftigten der Kirchen und ihrer Wohlfahrtsverbände in Nordrhein-Westfalen Tarifverträge. |
In vielen Städten würden am Donnerstag Beschäftigte von Caritas und der Diakonie die Forderung nach fairen Tarifverträgen mit Protestaktionen, Kundgebungen und symbolischen Urabstimmungen unterstützen, teilte ver.di am Mittwoch in Düsseldorf mit. Die Aktionen werden den Angaben zufolge in Bielefeld, Hiddenhausen, Gladbeck, Gronau, Herford und Siegen stattfinden. ver.di fordert für die kirchlichen Beschäftigten Einkommenserhöhungen von acht Prozent, mindestens aber 200 Euro. Die Beschäftigten bräuchten endlich «echte Tarifverträge, in denen Arbeitsbedingungen und Bezahlung vernünftig geregelt sind», sagte Sylvia Bühler, ver.di Landesfachbereichsleiterin für das Gesundheits- und Sozialwesen. Nachdem kirchliche Arbeitgeber jahrzehntelang die Tarifverträge des öffentlichen Dienstes eins zu eins übernommen hatten, regele derzeit ein kircheneigenes Verfahren, der sogenannte Dritte Weg, die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in den Kirchen und ihren Wohlfahrtsverbänden Diakonie und Caritas. Dabei werden den Angaben zufolge Arbeitsbedingungen und Bezahlung nicht zwischen den Arbeitgebern und ver.di ausgehandelt, sondern zwischen Dienstgebern und Dienstnehmern in Arbeitsrechtlichen Kommissionen der Kirchen. «Im Ergebnis geht das immer zulasten der Beschäftigten, denn auch im Sozialwesen wird der Wettbewerb über die Personalkosten ausgetragen», kritisierte Bühler. (ddp)
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