18. April 2008Tarifrunde 2008: Arbeitnehmervertreter in der ARK weisen "Angebot" der Arbeitgeber als Provokation zurück In der Sitzung der Arbeitsrechtlichen Kommission des DW-EKD am 18.04.08 legten die Arbeitgeber erstmals ihre Vorstellungen für die Tarifrunde 2008 vor. .- Für die Entgeltgruppen EG 1 bis EG 4 soll es keine Lohnerhöhungen geben
- Für die Entgeltgruppen ab EG 5 soll es ab 1. Dezember 2008 1,6 % mehr geben von denen 0,8 % auf Besitzstände angerechnet werden sollen.
- Ab 1.10.2009 soll es ab EG 5 weitere 1,6% geben, ebenfalls 0,8% angerechnet auf die Besitzstände.
- Ab 01.10.2010 ab EG 5 2% mehr, Anrechnung 1%.
- Die Übergangsregelungen der ab 2007 eingeführten Neuregelungen soll um 3 Jahre verkürzt werden.
Die Vorstellungen der Arbeitgeber bedeuten für die betroffenen Beschäftigungen eine "Lohnerhöhung" von 0,47 % in drei Schritten für die nächsten 3 Jahre. Dem gegenüber soll die Schichtzulage bei Teilzeitbeschäftigten gekürzt werden. Die Arbeitszeit soll verlängert werden. Es soll weitere Öffnungsklauseln und weitere Abschläge bei der Jahressonderzahlung geben. "Risiken" bei der Eingruppierung soll von den Arbeitnehmern getragen werden . Nimmt man alles zusammen, bedeutet das eine dicke Minusrunde und ist meilenweit entfernt von der berechtigten Forderung der Arbeitnehmerseite und auch vom Tarifkompromiss des Öffentlichen Dienstes. Die Arbeitnehmerseite hat diese Vorstellungen der Arbeitgeber deshalb als nicht verhandelbar zurück gewiesen. Die Arbeitgeber wurden aufgefordert, endlich ein Angebot vorzulegen, auf dessen Grundlage Verhandlungen geführt werden können. Daraufhin modifizierten die Arbeitgeber ihr "Angebot dahingehend, dass die "Lohnerhöhungen" auch für die Entgeltgruppe EG 1 EG 4 gelten solle. Allerdings sollen Teile davon voll auf die Pflegezulage in den EG 3 und EG 4 angerechnet werden. . - Für die Pfleghelferinnen bedeutet dies eine Nullrunde. In Altenheimen sind das die Hälfte der Beschäftigten.
- Von einer sozialen Komponente, wie die Arbeitnehmerseite fordert, ist im Angebot der Arbeitgeber nichts, aber auch gar nichts zu sehen.
Alles in allem ist dieses "Angebot" eine Provokation! Die Arbeitgeber sollten sich aber nicht täuschen, denn "dieser Versuch kostet sie ihre Glaubwürdigkeit bei den Beschäftigten der Diakonie.
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