08. August 2008  | | Milliardenpoker um Honorare Praxisärzte fordern deutlich mehr Geld |
BERLIN. Die 145 000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten fordern deutlich mehr Geld. Zum Auftakt der Verhandlungen über die Arzthonorare 2009 forderte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) die Krankenkassen am Mittwoch auf, die Ausgaben für die Praxisärzte von 23 Milliarden Euro im Jahr um 4,5 Milliarden Euro zu steigern. Die Vorsitzende des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung, Doris Pfeiffer, reagierte kühl: Wir wenden uns gegen die pauschale Erhöhung aller Arzthonorare. Das untere Drittel der Arztpraxen verfügt heute über Nettohonorare bis zu 1800 Euro. Im oberen Drittel werden bis zu 6000 Euro errechnet. Der Vorstandsvorsitzende der KBV, Dr. Andreas Köhler, hat unmittelbar vor den entscheidenden Verhandlungen zur Honorarreform seine Forderung nach einem Plus von 4,5 Milliarden Euro bekräftigt. Es muss deutlich mehr Geld ins System kommen, sagte Köhler der Deutschen Presse-Agentur dpa. Derzeit erhalten die Niedergelassenen rund 23 Milliarden Euro im Jahr. Sollte es in den Verhandlungen zwischen Kassen und Ärzten zu keiner Einigung über eine Erhöhung der Gesamtvergütung kommen, sieht Köhler das Bundesgesundheitsministerium in der Pflicht. In den vergangenen Wochen hatten bereits Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmit (SPD) ein Plus von 2,5 Millarden Euro für die Niedergelassenen in Aussicht gestellt. Die Krankenkassen haben die Forderungen nach einer deutlichen Aufstockung der Honorare zurückgewiesen. «Wir wenden uns gegen die pauschale Erhöhung aller Arzthonorare», sagte die Vorsitzende des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung, Doris Pfeiffer, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin. "Die niedergelassenen Ärzte haben mit 120 000 Euro ein ausreichendes Durchschnittseinkommen." Vielerorts gebe es zu viele Ärzte, in anderen Regionen zu wenige. Pfeiffer erläuterte, der Verdienst einzelner Ärzte liege unter dem Durchschnittseinkommen. Die Honorare seien sehr ungleich verteilt. "Wir brauchen eine bessere Verteilung zwischen den Ärzten, nicht einfach nur mehr Geld", sagte die Vertreterin der Krankenkassen. Bis Ende August wollen sich der Spitzenverband und die Kassenärztliche Bundesvereinigung über die Honorare für die 145 000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten für 2009 einigen. Beide Seiten kommen Ende der Woche erstmals mit neutralen Sachverständigen im sogenannten Erweiterten Bewertungsausschuss zusammen
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