05. November 2008  | | EKD-Synode zur Finanzmarktkrise Wirtschaft muss dem Menschen dienen |
Zum Abschluss ihrer Tagung in Bremen hat die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Mittwoch, 5. November, einen Beschluss zur Finanzmarktkrise verabschiedet: Heftige Kritik an der bisherigen Haltung wurde in einem Aufruf »Frieden mit dem Kapital?« eine gute Woche vor der EKD-Synode in dem linkskatholischen Magazin »Publik-Forum« (Oberursel) veröffentlicht. Unterzeichner sind neben anderen die evangelischen Theologen Frank Crüsemann, Ulrich Duchrow, Heino Falcke, Franz Segbers, die Wirtschaftsprofessoren Siegfried Katterle und Karl Georg Zinn und der Ex-Gewerkschaftsführer Detlef Hensche.
Unternehmer-Denkschrift der EKD in der Kritik Theologen und Wirtschaftswissenschaftler machen mit Unterschriftensammlung mobil Frankfurt a.M. (epd). Gegen die Unternehmer-Denkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland macht eine Gruppe von Theologen und Wirtschaftswissenschaftlern mobil. Sie werfen der EKD in einem am 24. Oktober veröffentlichten Aufruf vor, mit diesem Dokument einen »Irrweg« beschriften zu haben. Mit einer Unterschriftensammlung in den nächsten Monaten sollen die EKD-Verantwortlichen dazu gebracht werden, die Denkschrift zu widerrufen und ihre Anpassung an die »herrschenden Mächte« in Wirtschaft und Politik aufzugeben. Der Aufruf »Frieden mit dem Kapital?« wurde eine gute Woche vor der EKD-Synode in dem linkskatholischen Magazin »Publik-Forum« (Oberursel) veröffentlicht. Unterzeichner sind neben anderen die evangelischen Theologen Frank Crüsemann, Ulrich Duchrow, Heino Falcke, Franz Segbers, die Wirtschaftsprofessoren Siegfried Katterle und Karl Georg Zinn und der Ex-Gewerkschaftsführer Detlef Hensche. Die Denkschrift »Unternehmerisches Handeln in evangelischer Perspektive« wurde im Juni vorgelegt. Darin äußert sich die evangelische Kirche kritisch zu Auswüchsen beim Renditestreben und ermahnt Unternehmer zu sozialer Verantwortung. Durch rücksichtslose Verfolgung von Rendite- und Anlegerinteressen schwinde das Vertrauen in wirtschaftliches Handeln. Die EKD befürwortet eine Fortentwicklung der sozialen Marktwirtschaft, weil dieses Wirtschaftsmodell gesellschaftliche Teilhabe und Wohlstand für breite Schichten ermöglicht habe. Die Appell-Initiatoren werfen dagegen den Autoren des EKD-Papiers vor, die sozial-ökonomische Realität »in grotesker Weise« zu beschönigen. Damit entferne sich die EKD von der Mehrheit der Weltbevölkerung und den Verlierern in Deutschland, die unter den Folgen des »herrschenden Systems« litten. Indem die EKD von »sozialer Marktwirtschaft« statt von »neoliberalem Kapitalismus« spreche, stütze sie den Neoliberalismus: »Sie erweckt den Eindruck, als seien zu beobachtende negative Probleme nur auf individuelles Fehlverhalten einzelner Akteure zurückzuführen, und stützt so das bestehende Problem« Damit distanziere sich die evangelische Kirche von eigenen sozialethischen Einsichten und gefährde die Einheit mit dem Weltkirchenrat und den Konfessionsbünden, wird in dem Aufruf gewarnt. Näheres zum Beschluss der Synode, siehe unter: http://www.ekd.de/synode2008/presse/pm289_2008_synode_finanzmarktkrise.html
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