05. Februar 2009  | | Fortsetzung der Lohnrunde 2009 in der ARK - Nds. Weiterhin keine Bewegung, Verhandlungen in der Sackgasse |
Auch nach der heutigen mehrstündigen Rückkopplung der Arbeitgeberseite mit dem Arbeitgeberverband DDN, war kein Fortschritt in den Verhandlungen der ARK - Nds. zu erzielen. Die Arbeitgeber verweigern weiterhin die Vorlage eines konkreten Angebots zur Entgelterhöhung. Wie bereits berichtet verlangten sie in der Sondersitzung am Montag, die Zustimmung zu weitreichenden Kompensationen, im Sprachgebrauch der Arbeitgeber "Strukturbereinigungen" genannt, bevor sie ihr Angebot offenbaren. Um mögliche Fehlbewertungen zu vermeiden, war die Arbeitgeberseite bemüht, die beabsichtigten Maßnahmen, insbesondere die Änderung der Jahressonderzahlung, nochmals zu erläutern und im Detail zu präzisieren. Die Arbeitnehmerseite hatte zwar bereits richtig verstanden, jedoch war, wie sich zeigte, die Erläuterung für das eigene Verständnis des einen oder anderen Vertreters auf der Arbeitgeberseite hilfreich. Die biblische Geschichte, in der Jesus anlässlich einer Hochzeitsfeier aus Wasser Wein werden lässt, dürfte den meisten bekannt sein, wie man jedoch aus einer Streichung der Jahressonderzahlung, hierauf läuft die beabsichtigte Änderung hinaus, zu einer Entgeltsteigerung mutieren läßt, konnten die Teilnehmer an der heutigen ARK Sitzung erfahren. Dies soll folgendermaßen funktionieren: - Man nehme das Betriebsergebnis aus der üblichen Geschäftstätigkeit
- Bereinige es um die Aufwendungen für die Jahressonderzahlung
- Reduziere es um die Summe von 4 % der Umsatzerlöse
- Der dann verbleibende Betrag wird als Sonderzahlung ausgezahlt
Danach entspricht die gewollte Erfolgsabhängigkeit unter Berücksichtigung der Option, die Jahressonderzahlung auf bis zu 120 % einer Monatsvergütung zu erhöhen, einer bereits angeboten Entgeltsteigerung von 4,1 %. Damit nicht genug, für den Fall der Zustimmung der Arbeitnehmer, sehen sich die Arbeitgeber großmütig bereit eine (nach ihrem Verständnis) weitere prozentuale Erhöhung der Entgelte vorzuschlagen. Diese solle dann sogar oberhalb der Inflationsrate liegen. Auf Nachfrage, welcher, wann und von wem ermittelten Inflationsrate, wurde entgegnet, dies müsse in weiteren Verhandlungen geklärt werden. Jedoch, so gibt es keine weiteren Verhandlungen! Denn, die beabsichtigte Arbeitszeitverlängerung entspricht einer Lohnkürzung von - 3,9% Die Streichung der Jahressonderzahlung entspricht je nach Entgeltgruppe einer Kürzung von E 1 - E 8 - 6,92 %, E 9 E 11 - 6,15 % E 12 E 14 - 4,61 %. Dies würde nebenbei bemerkt, zudem "sozial" gestaffelt, im besten Falle bei Auszahlung von 120 %, anstatt wie bisher 60 % eines Bruttomonatsentgelts, für die höheren Entgeltgruppen eine Verdoppelung, für die unteren Entgeltgruppen jedoch nur eine Steigerung von 30 % der Jahressonderzahlung bringen.
Ohne in Rechenakrobatik zu verfallen, sind die von den Arbeitgebern verlangten "Zugeständnisse" mit mehr als 10 % Gehaltskürzung zu beziffern.
Dies würde also unter dem Strich nicht nur eine Null- sondern eine Minusrunde bedeuten. Eine nähere Darstellung und Bewertung, sowie die Diskussion des weiteren Vorgehens wird in der ag - mav Vollversammlung am nächsten Dienstag erfolgen.
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