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20. Februar 2009

 

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Arbeitgeber provozieren mit „Angebot“

Kurz, aber keineswegs schmerzlos, so kann wohl die heutige Sitzung der ARK Nds. skizziert werden. Höhepunkt der ca. 20-minütigen Veranstaltung war eine Tischvorlage der Arbeitgeber mit der Überschrift "Angebot". Zunächst einmal festzuhalten und positiv herauszustellen ist, dass die Arbeitgeber ihre bisher nur mündlich vorgetragenen Gedanken nun schriftlich vorgelegt und damit auch greifbar gemacht haben. Dass der Inhalt nicht immer das bietet, was die Überschrift verspricht, realisierten die Arbeitnehmervertreter allerdings unmittelbar.

Sechs Monate erst mal gar nichts, ab 1. Juli 2009 dann 2 Prozent mehr und für das ganze Jahr 2010 wieder kein Plus. Das bieten die Arbeitgeber der Diakonie allen Ernstes ihren rund 37.000 Beschäftigten der Diakonie in Niedersachsen an. Für das Jahr 2009 bringt diese "Doppel-Null" real gerade mal 1 Prozent und für 2010 gar nichts mehr. Gleichzeitig soll die Arbeitszeit auf 40 Std. verlängert und die Jahressonderzahlung nur bei einer Umsatzrendite von 4% gezahlt werden. Mit diesem Trick können sich auch wirtschaftlich gut dastehende Einrichtungen von der Pflicht zur Zahlung der Jahressonderzahlung befreien. Das bedeutet ein Minus von 9% für den überwiegenden Teil der Beschäftigten.

Eine Ausnahme machen die Arbeitgeber bei den Ärzten. Diese sollen auf das Tarifniveau des Tarifabschlusses des Marburger Bundes angehoben werden. Dies ist als solches zu begrüßen, stellt nach Maßgabe, dass den übrigen Mitarbeitenden jedoch eine Entgeltsteigerung verwehrt wird, bzw. von gleichzeitigen Lohnkürzungen abhängig gemacht wird, eine Privilegierung einer Berufsgruppe dar.

Wie schrieb der DDN-Vorsitzende in seinem letzten Rundbrief an die lieben Mitarbeitenden:

"Wir alle sollten den Weg im Sinne der Dienstgemeinschaft gemeinsam frei räumen und uns aufeinander zu bewegen. Nur so können wir vorankommen und unser Ziel "mehr Geld für Alle" möglichst rasch erreichen."

Werter Herr Hoppe, die Herauslösung und Privilegierung von einzelnen Mitarbeitern oder Beschäftigtengruppen ist ein Frontalangriff auf das von ihnen hochgehaltene Konzept der Dienstgemeinschaft!

Wir haben es jetzt schriftlich: Die Arbeitgeber wollen sich auf Kosten der Mitarbeiter einen Wettbewerbsvorteil verschaffen! "Das 'Angebot' ist eine Provokation und unannehmbar", sagte Manfred Freyermuth. Vorsitzender der agmav. Die Antwort werden die Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben geben.

 
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