10. März 2009 Tarifkonflikt in der Diakonie: agmav und ver.di kündigen Aktionswoche an Oldenburg/Gifhorn (epd). Auch die fünfte Tarifrunde für die 36.000 Beschäftigten der Diakonie in Niedersachsen hat nach Angaben der Mitarbeitervertreter kein Ergebnis gebracht. Die Mitarbeitervertretung und die Gewerkschaft ver.di kündigten daraufhin am Montag eine landesweite Aktionswoche an. Sie soll am 14. März mit einer Demonstration in Oldenburg beginnen, zu der alle Diakonie-Beschäftigten im Weser-Ems-Gebiet aufgerufen seien, sagte Peter Oehne vom Vorstand der Arbeitsgemeinschaft der Mitarbeitervertretungen in Niedersachsen am Montag dem epd. Weitere Proteste seien in Hannover und Rotenburg/Wümme geplant.
Die Arbeitnehmer hätten dem Diakonischen Dienstgeberverband Niedersachsen ein Angebot unterbreitet, sagte Oehne. Der Vorschlag sei vergleichbar mit dem Tarif für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Danach würden die Beschäftigten in 2009 einen Sockelbetrag von 65 Euro plus einer Gehaltserhöhung um 3,4 Prozent erhalten. Von Januar 2010 an sollten weitere 2,8 Prozent hinzukommen. Ursprünglich hatten die Beschäftigten acht Prozent mehr Lohn verlangt. Die Arbeitgeber wiesen diese Forderungen zurück. Das Angebot der Arbeitgeber sei eine Gehaltserhöhung oberhalb der Inflationsrate und eine ergebnisbezogene Jahressonderzahlung, also ein Weihnachtsgeld, sagte ein Sprecher. Dieses könne ausgezahlt werden, wenn eine diakonische Einrichtung mindestens vier Prozent Gewinn erziele. Außerdem werde eine 40-Stunden-Woche angestrebt statt 38,5 Stunden wie bisher. Für die Beschäftigten seien dies reale Einkommenseinbußen, sagte Oehne. Ein Versuch, dem Verhandlungsführer der Arbeitgeber am Montag bei einem Hintergrundgespräch eine Liste mit 10.000 Unterschriften für Gehaltserhöhungen zu überreichen, sei gescheitert. Der Leiter der Diakonischen Heime Kästorf bei Gifhorn, Hans-Peter Hoppe, habe unter Protest den Raum verlassen mit dem Hinweis, dies sei keine Aktion für ein Hintergrundgespräch. Der Tarifabschluss in Niedersachsen könnte bundesweite Bedeutung erlangen. Deutschlandweit stockt der Tarifkonflikt in der Diakonie bereits seit einem Jahr. Die Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Niedersachsen hätten deshalb vereinbart, einen eigenen Abschluss zu verhandeln, sagte Oehne. Dieser könnte dann in ganz Deutschland als Pilotabschluss dienen.
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